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Journalistische Tätigkeit

Medien, für die ich tätig bin/war

Seit 1992 freier Moskau-Korrespondent für "der Freitag" (Berlin), Neues Deutschland, seit 2010 für Telepolis, seit 2016 RT deutsch. Features für den Deutschlandfunk/"Hintergrund Politik" (1994 bis 1999). Freier Korrespondent für Die Presse (Wien) (1998 bis 2009)Rheinischer Merkur (Bonn) (2001 bis 2010), Südkurier (Konstanz) (2007 bis 2014). Fester Korrespondent der Sächsischen Zeitung für Russland und die Nachbarstaaten (2001 bis 2014). Freier Korrespondent für die Wochenzeitung (Zürich, 1992 bis 2015). 

Teilnahme an Debatten über Russland, Deutschland und Europa

Seit 2002 Teilnehmer von Talk-Runden bei den Moskauer Radio-Sendern "Echo Moskvy", "Russkaja Sluschba Nowostej", "Goworit Moskwa" sowie bei den russischen Fernseh-Kanälen "Pervi", NTW, Zentr, Mir und "Kultura"

27.09.16 Vortrag zur Einschränkung der Pressefreiheit in der Ukraine auf der OSZE-Menschenrechtskonferenz in Warschau, Veranstaltung "Human Rights und Press Freedom" (Ukraine Comitee Europe)

07.06.2016 Mit dem Film "Lauffeuer" Teilnahme am Eurasia-Film-Festival in Smolensk. Der Film bekam eine Auszeichnung für "objektive journalistische Untersuchung".

04.05.2016 Referent auf einer Anhörung zum Thema "Menschenrechte in der Ukraine: Zwei Jahre nach dem Odessa-Massaker" im EU-Parlamentsgebäude in Brüssel.

24.03.2016 Teilnahme an Podiumsdiskussion "Mythen über Russland und das Image Russlands", Runder Tisch auf dem Moscow Economic Forum 2016

27.04.2015: Teilnahme an Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung an der Universität Woronesch zum Thema Medien-Tabus in Deutschland und Russland. 

18.11.2014: Vortrag "Russland und Europa - Partner oder Rivalen" auf der Konferenz "Innovationen und die russische Wirtschaft im Kontext globaler ökonomischer Prozesse" veranstaltet von der Staatlichen Moskauer Universität für Ökonomie, Statistik und Informatik (MESI)

11.12.2013: Interview über die Ukraine-Berichterstattung des russischen Fernsehens auf dem Höhepunkt der Protestbewegung in Kiew. Deutsche Welle

2012: "Gefährliche Ignoranz. Strukturmängel in der Osteuropa-Berichterstattung". Artikel in der Fachzeitschrift "Osteuropa" 4/2012 . Veröffentlicht im Rahmen einer Debatte über die Russland-Berichterstattung deutscher Medien.

2012: Teilnehmer des Round-Table-Gesprächs "Medien in Russland und Deutschland: Ein Dialog über Demokratie" an der Höheren Schule für Journalismus in St. Petersburg. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des "Petersburger Dialog". 

2011: Vortrag über die Thesen von Thilo Sarrazin zur Ausländerpolitik im Rahmen des "6. Internationalen Forums Dialog der Kulturen" in der Ermitage, St. Petersburg.

2009: Lesungen aus dem gemeinsam mit Ute Weinmann herausgegebenen Buch "Opposition gegen das System Putin" im "Literaturhaus Basel" und der "Roten Fabrik" Zürich.

2006: Vorträge im Dresdner "Wehner-Bildungswerk" und  auf der n-ost-Journalisten-Konferenz in Prag zur Presse(un)freiheit in Russland.

Schwerpunkte meiner journalistischen Arbeit

Einer meiner Berichts-Schwerpunkte ist der Kaukasus. Zwischen 1996 bis 2004 war ich sieben Mal in Tschetschenien. Aus Grosny berichtete ich über Flüchtlinge und Verschwundene (2000). Ich interviewte den ehemaligen Präsidenten Tschetscheniens, Aslan Maschadow (1996), die Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa (2003) und die Tschetschenien-Reporterin Anna Politkowskaja (2004). Aus der dagestanischen Stadt Botlich berichtete ich über die Kämpfe zwischen russischen Truppen und den islamistischen Kämpfern um Schamil Basajew (1999). Aus Suchumi, Gori und Tbilissi berichtete ich 2008 über den georgisch-russischen Krieg und seine Vorgeschichte.

Meine Reisen führten mich auch nach Zentralasien. Aus Kirgistan berichtete ich über Großmärkte in den Städten Osch und Dschalalabad (2005), aus Usbekistan über den deutschen Truppenstützpunkt in Termez (2005) und die Stadt Andischan , in der kurz zuvor eine Demonstration blutig niedergeschlagen worden war (2005). Aus Afghanistan schrieb ich Reportagen über den Krieg gegen die Taliban (2001) und den Alltag in Kabul (2005). Aus Kasachstan berichtete ich über die neue Hauptstadt Astana (2011).

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit sind Reportagen und Features über ausländische Investitionen und moderne Unternehmen in Russland und den neuen, unabhängigen Staaten. Ich berichtete ich über die Raketenfabrik Chrunitschew bei Moskau (1997), die Lada-Autofabrik in Toljatti an der Wolga (2000), eine aserbaidschanische Öl-Bohr-Insel im Kaspischen Meer (2003) und den Bau des Wolkenkratzer-Komplexes "Moscow City" (2008). Aus dem südlich von Moskau gelegenen Gebiet Kaluga lieferte ich Reportagen über den Aufbau eines Agrar-Zentrums durch deutsche Landwirtschafts-Firmen (2008) und die Einrichtung von Industrieparks für Volkswagen und andere ausländische Investoren (2012). Aus dem russischen Fernen Osten berichtete ich über Diamantenschleifer in Jakutien (1997), über die erste russische Gasverflüssigungs-Anlage auf der Insel Sachalin (2008) und die "Superjet"-Flugzeugfabrik im fernöstlichen Komsomolsk am Amur (2009).

Auch die Atomwirtschaft stand im Mittelpunkt meiner Arbeit. Aus der Ukraine berichtete ich über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (1992), aus dem sibirischen Krasnojarsk über eine unterirdische Atom-Fabrik (2002), aus Dubna bei Moskau über ein internationales Atomforschungszentrum in dem schon seit Jahrzehnten deutsche Wissenschaftler arbeiten (2006) und aus Abchasien über ein Atomforschungszentrum, in dem von 1945 bis 1955 kriegsgefangene deutsche Wissenschaftler für die erste sowjetische Atombombe forschten (2007). 

Immer wieder veröffentliche ich Sozial-Reportagen. Ich berichtete über ein Arbeitslager für Frauen und zum Tode verurteilte Straftäter in der russischen Teilrepublik Mordowa (2004), über eine Kommunalka-Gemeinschaftswohnung in St. Petersburg (2006), das schwierige Leben der Gastarbeiter in Moskau (2008, 2010) und die schleichende Abschaffung von kostenloser Bildung und medizinischer Versorgung (2013).

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Berichterstattung sind Bürgerbewegungen, die sich für den Erhalt von Parks, denkmalgeschützten Gebäuden und gewachsenen Stadtteilen sowie gegen ökologisch gefährliche Projekte engagieren. Über die im Dezember 2011 entstandene Protestbewegung für ehrliche Wahlen habe ich ebenfalls ausführlich berichtet.

Ausweisung aus der Ukraine

Der Ukraine-Konflikt war einschneidend für meine Arbeit. Auf dem Höhepunkt der Maidan-Demonstrationen, im Dezember 2013, kündigte mir die Sächsische Zeitung nach 12jähriger Zusammenarbeit den Honorarvertrag. Meine Ukraine-Berichte wurden nicht als Grund angegeben. Doch ich hatte den Eindruck, dass man es mir übel nahm, dass ich nicht in den Jubel-Chor über den Maidan eingestimmt war.

Wirklich ernst wurde es dann am 30. April 2016, als mir ukrainische Grenzbeamte auf dem Flughafen von Odessa ohne Begründung ein fünfjähriges Einreiseverbot in meinen deutschen Pass stempelten. Ich machte den Fall auf meiner Facebook-Seite bekannt, worauf eine heftige Debatte begann. Die einen begrüssten das Einreiseverbot als Reaktion auf meine nicht mit den ukrainischen Behörden abgesprochenen Reisen auf die Krim und in die Ost-Ukraine. Andere meinten, das Einreiseverbot sei die Strafe für meinen Film über das Odessa-Massaker und meine kritischen Berichte über die neue Regierung in Kiew.

Weitere Infos zum Einreiseverbot:

Anna Gamburg von Russland.tv befragt mich zu der Ausweisung aus der Ukraine, 08.05.16

Kommentar von Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Bundestags-Fragestunde, 11.05.16 (ab Minute 27:35)

Meine Sicht zur Lage des Journalismus im neuen kalten Krieg:

Interview mit Radio Coloradio, Dresden, 20.12.14

Anna Gamburg von Russland.tv befragt mich zu der Berichterstattung deutscher Moskau-Korrespondenten, 07.02.15

Andere Behinderungen meiner Arbeit

Die Ausweisung aus der Ukraine war für mich nicht der erste Fall dieser Art. Bereits im Oktober 2005 wurde ich, während Recherchen über die Niederschlagung einer Demonstration in der ost-usbekischen Stadt Andischan, von der örtlichen Polizeibehörde aufgefordert, die Stadt zu verlassen.

Was ich mache, wenn ich nicht arbeite

Ich tanze Tango und schreibe gelegentlich auch darüber für Tangodanza. Fotografieren ist eine weitere große Leidenschaft. Gelegentlich schaffe ich es auch am Moskauer Kulturleben teilzunehmen. Am liebsten gucke ich mir die modernen Inszenierungen junger Regisseure an. 

Wo ich mich eigentlich zuhause fühle, habe ich dem Totschka-Treff des Goethe-Instituts verraten.