21. März 2007

Russland: Putin verspricht Aufklärung der Katastrophen.

Brand in einem Altersheim und Bergwerksexplosion fordern fast 200 Tote.

Russlands Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich erklärte, es müsse alles getan werden, um die Katastrophen auf „allerhöchstem Niveau“ zu untersuchen: „Die Ursachen der Tragödien müssen geklärt werden.“ Gleich zwei furchtbare Katastrophen hatten das Land in den letzen Tagen erschüttert. Beim Brand in einem Altenheim kamen mehr als 60 Menschen ums Leben; bei einer Explosion in einem sibirischen Bergwerk starben 100 Bergleute.

Verkohlte Rollstühle

Im Altenheim von Kamyschewatskaja im südrussischen Krasnodar-Gebiet müssen sich grauenhafte Szenen abgespielt haben. Das russische Fernsehen zeigte zerwühlte Betten, angekohlte Rollstühle und verkohlte Matratzen. 62 Menschen verbrannten, darunter eine Krankenschwester, die den Menschen helfen wollte, das einstöckige Gebäude zu verlassen. Unklar bleibt, warum es nicht gelang, die Rentner und Schwerbehinderten rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Vermutlich wurde der Brand zu spät bemerkt; die Fenster waren vergittert. Der wachhabende Beamte hat erst bei der Feuerwehr angerufen, als die Luft schon voller Rauch war.

Trotz moderner Standards

Bei der zweiten Katastrophe, einer Methangas-Explosion in einer Kohlengrube im sibirischen Nowokusnetzk, konnten mindestens 104 Bergleute nur mehr tot geborgen werden. 203 Arbeiter befanden sich im Schacht in 270 Meter Tiefe; 93 konnten gerettet werden. Derzeit versuchen Retter den Schacht zu lüften, da die hohe Methangas-Konzentration die Bergungssarbeiten erschwert.

Die Sprengkraft war so hoch, dass selbst Arbeiter in 300 Meter Entfernung noch Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche erlitten. Das Unglücks-Bergwerk war 2002 zu Ehren von Putins 50.Geburtstag eröffnet worden und entsprach – anders als viele Bergwerke in der Region – modernen Sicherheitsstandards. Das Unglück gilt als das schwerste seit dem Zerfall der Sowjetunion.

Die Presse

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