2. Juli 2021

"taz" - Russophobie vom Feinsten

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Blog in der Freitag-Community

Die Berliner "Tageszeitung" (taz) behauptet, bei der Bürgersprechstunde von Putin am Mittwoch seien "alle Fragen abgesprochen gewesen". Die Hauspostille der Grünen Partei verschweigt, dass Bürger auch Fotos und Videos einreichten und diese vor der Veröffentlichung in der Fragestunde mit dem Präsidenten geprüft werden mussten.

Dass die Fragestunde beim Präsidenten durchaus einen aufklärerischen Charakter hatte und reale Probleme öffentlich machte, zeigt das Beispiel des Juristen und Aktivisten Roman Gerasimow. Er wollte in der Fragestunde des Präsidenten ein Video mit Fragen zu der geplanten Müllhalde im Tambow-Gebiet vorbringen und hatte mit dem Moskauer Call-Center entsprechende Absprachen getroffen. Doch dazu kam es nicht, weil die Müll-Mafia im Tambow-Gebiet, die am Bau der Müllhalde ein großes Interesse hat, am Tag der Bürgersprechstunde mit Putin dass gesamte Internet im Wohnort von Gerasimow lahmlegte.

Doch das war noch nicht Alles. Einen Tag nach der Bürgersprechstunde wurde Gerasimow von Unbekannten (offenbar Abgesandten der Müll-Mafia) mit Messern angegriffen und schwer verletzt. Er wurde im Krankenhaus operiert, berichtete das Moskauer Massenblatt Moskowskij Komsomolez.

Putin war durchaus interessiert, reale Probleme zu hören. Eine Rentnerin aus der Stadt Nowokusnezk, die mit ihrem Handy über Wasserschäden im Kindergarten ihrer Enkelin berichtete, wurde von örtlichen Beamten bedroht. Ihr Gespräch mit Putin wurde mehrere Male auf mysteriöse Weise unterbrochen. Doch der Kreml-Chef ließ sie mehrere Mal anrufen, so dass die Frau ihr Problem vorbringen konnte.

Dass die "taz" Russland in den schlimmsten Farben darstellt, ist nichts Neues. Trotzdem halte ich es für wichtig, die Leser auf grobe und falsche Darstellungen aufmerksam zu machen. Denn der stete russophobe Tropfen kann selbst ein kluges Gehirn lahmlegen.Wie strickt die "taz" ihre Russland-Berichte? Sie weckt nicht das Interesse der Leser an Russland in all seinen Facetten. Stattdessen erklärt das grüne Blatt aus Berlin seinen Lesern wie Russland nach westlicher Vorstellung sein sollte und wer in Russland den westlichen Konzepten schon alles nacheifert. Russlands Geschichte, seine kulturelle und geistige Vielfalt werden damit negiert.

Ein weiteres Beispiel für die zurechtgeschliffenen Russland-Berichte der "taz": Heute ist in dem Blatt eine große Reportage über Landwirtschaft in Russland. Es werden zwei Agrar-Unternehmer als symphatische, kritische Menschen vorgestellt. Einer von ihnen ist Pawel Grudinin. Doch die "taz" verschweigt, dass Grudinin bei den Präsidentschaftswahlen 2018 für die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) gegen Putin kandidierte. Die "taz" tut so, als ob Grudinin als Privatmann ohne Partei-Unterstützung an den Wahlen 2018 teilnahm. Schamlos verschweigt das grüne Blatt aus Berlin auch, dass Grudinin als einer von drei Spitzenkandidaten der KPRF für die Duma-Wahlen im September 2021 aufgestellt wurde.

Die KPRF ist die zweitgrößte Partei in Russland. Und ein guter Journalist/in hätte erwähnt, dass Grudinin für die KPRF kandidiert. Auch die "Welt" oder die "FAZ" erwähnen das. Aber bei der "taz" mit ihrer grün-gestylten Russophobie klemmt beim Wort "KPRF" die Tastatur. Nur beim Wort "Navalny" funktioniert die Tastatur einwandfrei.

Meine Reportage über Pawel Grudinin und seine Lenin-Sowchose im "Freitag": https://www.freitag.de/autoren/ulrich-heyden/angriff-auf-den-lenin-sowchos

Meinen Bericht über die Bürgersprechstunde von Wladimir Putin kann man hier lesen

veröffentlicht in: der Freitag Community

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