8. April 2022

In eigener Sache 2

In den letzten Tagen habe ich zahlreiche Zuschriften erhalten, in denen Leser Ihr Unverständnis und Ihren Protest gegen meinen Rauswurf bei der Wochenzeitung "der Freitag" ausdrückten. Einige Briefschreiber waren mit der Veröffentlichung ihrer Zeilen einverstanden. Vielen Dank! Angehängt habe ich auch Pressestimmen zu meinem Rauswurf, und hier der Brief des Chefredakteurs an mich und meine Antwort darauf

 

Guten Abend lieber Ulrich,


ich habe gerade auf Deiner website von Deiner 'Suspendierung' vom
freitag gelesen. Eine für einen Chefredakteur in Form und Inhalt
niveaulose, ja peinliche email. Ist dies selbsterdachte personelle
Zensur oder vor wem knickt hier Herr Grassmann ein?
Deine Antwort finde ich dagegen als voll berechtigt, inhaltlich treffend
und ausgesprochen niveauvoll in der Wortwahl.
Leider paßt dieses Vorgehen des freitag-Chefredakteurs voll und ganz zum
allgemeinen Bild, welches die Medien in D insbesondere zur Zeit, aber
auch schon vor Beginn der russischen Militäraktion bieten.
Wir werden in den nächsten Wochen prüfen, ob der freitag weiter unseren
Vorstellungen von objektivem Journalismus genügt.
Dir alles Gute und falls wir in irgendeiner Weise unterstützen können -
immer!


Viele Grüße,
Rolf, (23.03.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,

ich beziehe mich auf den von Ihnen veröffentlichten Brief von Herrn Grassmann auf ihrer Homepage. Es tut mir sehr leid für Sie, ich hoffe, dass Sie andere Auftraggeber mit weniger „Haltung“ und mehr Rückgrat finden.
Ich weiß, es hilft Ihnen nicht, aber ich habe mein Abonnement des Freitag heute gekündigt.


Mit freundlichen Grüßen
Y.S., (24.03.22)

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Hallo Herr Heyden,

ich las über das MultipolarMagazin Ihre Reaktion auf die fragwürdige
Entscheidung des Freitag, Ihre Texte nicht mehr zu veröffentlichen. Ich
bin inhaltlich in den allermeisten Punkten bei Ihnen.

Was ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen kann, daß auch unter
kritischen Geistern die Überzeugung, Russlands militärisches Vorgehen
sei ein "völkerrechtswidriger Angriffskrieg" nahezu überall ohne
wirklich schlüssige Begründung fast schon ritualisiert mit eingeflochten
wird. Dies findet sich z.B. auf den Nachdenkseiten (Herr Berger steigert
sich sogar in die Behauptung, der russische Präsident sei daher ein
Verbrecher, ohne die Nähe zur transatlantischen Überheblichkeit seiner
"Argumentation" zu bemerken), auch der Rubikon
(
https://www.rubikon.news/artikel/schlussbilanz-eines-putin-verstehers)
geizt nicht mit moralisch unterlegter Enttäuschung, die der russische
Präsident hervorgerufen habe.

Auch Sie schreiben mit einer gewissen Selbstverständlichkeit vom
"völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" (was ich ohne jeden Vorwurf einfach
nur statuiere), jedoch mit einer für mich nachvollziehbaren Begründung,
warum Sie es für falsch, oder besser unangebracht halten, dies bei jeder
Gelegenheit in den Mittelpunkt der Argumentation zu stellen. Einzig Jens
Bernert kritisiert auf seiner Seite blauerbote.com den fehlenden
Diskurs:

http://blauerbote.com/2022/03/11/da-ich-die-nachdenkseiten-kritisiert-habe-muss-ich-nun-auch-den-rubikon-kritisieren/

Ich weiss nicht - und ich traue mir eine juristische Bewertung darüber
auch gar nicht zu - ob das russische Vorgehen völkerrechtswidrig ist;
das Völkerrecht verbietet  einen Angriffskrieg, spricht aber kein
generelles Verbot der Kriegsführung aus. Jeder Staat hat ein
Verteidigungsrecht und Russland beruft sich darauf. Ob zurecht, gehört
aber diskutiert. Und an dieser Diskussion fehlt es m.E. gänzlich.
Wladimir Putin hat am 09.02.22  erläutert, welches Risiko der Konflikt
mit der Ukraine beinhaltet : 
https://youtu.be/EEeNjgmzL90

Wenn man zu dem Schluss kommt, das alle seine Gründe vorgeschoben sind,
mag man der Meinung sein, das das russische Vorgehen völkerrechtswidrig
sei. Eine unumstößliche, nicht mehr diskussionswürdige Wahrheit sehe ich
in einer Behauptung aber nicht. Und Behauptungen als Fakten darzustellen
sollte den Mainstreammedien überlassen bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Diehn-Kienscherf, (24.03.22)

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Hallo Uli,

gerade hab ich auf Deiner Website gelesen, dass der "Freitag" keine Artikel von Dir mehr veröffentlichen will und Deine Akkreditierung nicht unterstützt.

Du hast Dich in den vergangenen Wochen bemerkenswert zurückgehalten. Das scheint aber nicht zu reichen, da sich Dein Wohnort im verteufelten Land befindet.

Du hast in Deiner Antwort richtig geschrieben, dass Leser es "Freitag" auch differenzierter Denken können. Wir gehören auch dazu und werden deshalb unsererseits das Abo kündigen.

Grüße aus Hamburg

Rainer (24.03.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,

heute bin ich mal wieder auf Ihrer Webseite "gelandet" und habe erfahren, dass Sie nicht mehr bei "der Freitag" erwünscht sind. Eine solche Behandlung nach 30 Jahren Tätigkeit erleben zu müssen, ist allein schon schwer zu verkraften. In dem ganzen Kontext mit längst nicht mehr vorhandener Meinungsvielfalt ganz zu schweigen. Diese Entwicklung, die wir aktuell erleben, kann man nur noch schrecklich finden. Ich habe deshalb auch eine Mail an Herrn Grassmann geschrieben, was ihn vermutlich wenig jucken wird.

Zu Ihrer Kenntnisnahme füge ich den Text bei:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Grassmann,

gerade habe ich auf der Webseite des von mir sehr geschätzten Herrn Heyden erfahren, dass er "mit dieser Haltung" keinen Platz in Ihrer Wochenzeitung, die ich übrigens auch immer wieder lese, habe. Nun, man kann das konsequent nennen, denn diese, Ihre Haltung, erfahren zurzeit immer wieder kritische Geister, z.B. Frau Krone-Schmalz, oder man bezeichnet es als das, was es ist, nämlich Zensur. Herr Heyden war und ist einer jener KollegInnen, die mit ihrer Berichterstattung wohltuend aus dem Mainstream-Russenbashing hervorstechen. Er gewährt genau den Blick auf die andere Seite der (Kriegs)-Medaille, die dieser unheilvolle und scharf zu verurteilende Krieg eben auch hat. Es ist kein Wunder, dass unter diesen Umständen eine dringend nötige Diskussion nicht stattfindet und ich habe auch zunehmend das Gefühl, dass eine solche Diskussion auch gar nicht gewünscht ist., denn man ist sich ja weitgehend einig. Herr Heyden könnte sich jetzt damit trösten, dass auch die einzigartige Stimme von Anna Netrebko nicht mehr gehört wird, dass weitere russische Künstler ab sofort unerwünscht sind. Allein, es wird ihn natürlich nicht trösten, mich als Leser bestürzt ein solches Vorgehen, denn Kriege entstehen zu allererst im Kopf.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Hafner

Eine Reaktion darauf erwarte ich von Herrn Grassmann nicht, denn kritische Leser kann man bei dem Thema offensichtlich nicht mehr brauchen. Ich wünsche Ihnen trotz allem einen langen Atem und danke Ihnen für Ihre Arbeit, die hoffentlich viele Leser findet.

Viele Grüße aus Landshut (Niederbayern)

Helmut Hafner (24.03.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,

ich bin ständiger Leser Ihrer Berichte und empfinde sie immer sehr ausgewogen uns sachlich. Die Rektion des Herrn Grassmann hat mich unangenehm berührt. Ich war Leser des Freitag, habe mein Abo aber nach dem Rauswurf von Mitherausgeberin Daniela Dahn umgehend gekündigt. Da zeichnete sich m.E bereits ab, wohin wohin da die Reise geht.
Ich wünsche Ihnen beste Gesundheit und machen Sie weiter so!!

 

Freundliche Grüße
Ihr Peter Wendl
Jena, 25.03.22

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Lieber Herr Heyden, 
 
gestern Abend fand ich auf Ihrer Homepage den im Betreff genannten Artikel. …
 
Ihre Antwort auf die „Haltungs-Mail“ des Herrn sowieso finde ich sehr ausgewogen, angemessen und - wie es Russen wohl ausdrücken würden - würdig. Ein Wort, mit dem Deutsche heute kaum etwas anzufangen wissen, das jedoch in der deutschen Politik- man mag es angesichts des seit Jahren und insbesondere heute agierenden Personals kaum glauben - durchaus einmal eine wichtige Rolle gespielt hatte, wie das Video im Anhang zeigt. 
 
Herr Heyden, ich denke, Ihre Überraschung angesichts dieses beinahe „Standard-Schreibens“ deutscher Chefredakteure an selbstdenkende Mitarbeiter wird sich in Grenzen gehalten haben. Ich hoffe nur, dass Ihnen daraus keinerlei andere negative Folgen entstanden und entstehen werden. 
 
Von dem, was derzeit sich in Russland innenpolitisch abspielt, habe ich keine genaue Vorstellung. Mich erreichen dazu widersprüchliche Aussagen. Global gesehen habe ich jedoch nicht die leiseste Ahnung, wie Russland auf all das, was der Westen ihm in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten zugemutet hat, anders hätte reagieren können. Zumal seit Jahren die Tendenz anhält, wichtige politische Entscheidungen ohne parlamentarische Debatte in irgendwelchen Hinterzimmern zu treffen.
 
Von einer gesellschaftlichen Diskussion kann schon seit Jahren keine Rede mehr sein … 
Ein Beispiel dafür habe ich Ihnen beigelegt, ich weiß nicht, ob sie das Dokument kennen. Es belegt aber auf seine Weise, dass man Russland nur die Wahl zwischen Pest und Cholera ließ.. 
 
Was sich derzeit allerdings hier in D abspielt, dafür finde ich nur zwei Vergleiche: einerseits fällt mir die Vorkriegszeit vom 1. Weltkrieg ein, auf der anderen Seite die 30-er Jahre… Ich hoffe inständig, dass die Gegenwart nicht vergleichbare Folgen zeitigt, wie die aufgeführten historischen Parallelen… 
 
Ich wünsche Ihnen trotz allem eine gute Zeit! 
Liebe Grüße aus einem irren Land .. 

René-Burkhard Zittlau
 

Lieber Herr Heyden, 
 
um Ihre Frage gleich zu beantworten: ja, Sie dürfen den Brief veröffentlichen. 

Gestern „liefen“ Sie mir wieder über den Weg, diesmal beim Rubikon mit „Die Waffen sprechen wieder“, abends. 

Gestern, das war 07.04.2022. der Tag, an dem das deutsche Parlament - das seiner Bedeutung als "gewählte [Volks]vertretung mit beratender und gesetzgebender Funktion“ (lt. Duden) in meiner Wahrnehmung nur noch dann in voller Mannstärke nachkommt, wenn es um die inzwischen selbst unterjährig mehrfach stattfindenden Abstimmungen über Diätenerhöhungen geht - der Corona-Impfpflicht eine Absage erteilte. Ich habe Freunde, die - nicht eben am Wasser gebaut und im Rentenalter - ob dieses eher unerwarteten Ergebnisses heulten wie kleine Kinder … Wohin ist dieses einst stolze Land verkommen….?!?

Ich vermute, diese „Schande“ wird das „hohe“ Haus nicht lange auf sich beruhen lassen wollen, so dass man in absehbarer Zeit erneut zum „Halali“ blasen wird… 
Gestern, das war auch ein Tag, an dem ich auf Grund der Ereignisse in und um die Ukraine ganz weit unten war. Ich sah Videos, wie russische Soldaten kleine Kinder im Schützenpanzer evakuierten, oben drauf auf dem Fahrzeug Verwundete, alte, an all dem völlig unschuldige Leute.
 
Und dann las ich darüber, wie ein Selenski, ein Kuleba, ein Stoltenberg, ein Scholz, eine illegal im Amt befindliche v.d. Leyen und andere sich abfällig über alles Russische äußerten. Ich las von polnischen Politikern, die zum Kreuzzug gegen alles, aber wirklich ALLES aufrufen, was nur an Russland im Entferntesten zu erinnern vermag. Ich las davon, wie in der Ukraine Puschkin-Denkmäler geschleift werden, weil er eben Russe war. Ich las darüber, dass an nordamerikanischen Universitäten Solschenizyn nicht mehr gelesen und gelehrt werden darf. … und anderes Kulturbarbarische mehr. …

Ich war in der Stadt unterwegs und sah vor dem Rathaus an prominenter Stelle eine ukrainische Fahne gehißt - ganz allein, ohne EU- oder gar deutsche Fahne. Wo lebe ich hier? 
Ich lese inzwischen täglich darüber, dass russische Mitbürger gekündigt werden in diesem Deutschland nur weil sie Russen sind, egal, ob sie hier 5 Jahre oder 30 Jahre leben oder ob sie hier geboren wurden… 

Ja, ich war ganz, ganz weit unten. 
 
Und dann las ich Heyden, „Die Waffen sprechen wieder“. Nein, ich fand darin nichts, was ich nicht schon irgendwo gelesen hatte. Doch es war für mich ungemein wichtig, gerade an diesem Sche…tag genau diese Worte mit genau diesem Duktus und genau dieser Ihrer gelebten Überzeugung zu lesen!
 
Es war für mich an diesem Abend wie eine Erweckung, dass es noch Menschen wie Sie gibt, die nicht dem allgemein um sich greifenden kulturellen, politischen und geistigen Niedergang verfallen sind und in der Lage sind, Ereignisse anhand ihrer zeitlichen Reihenfolge zu erfassen und zu bewerten - eigenständig, selbstverantwortlich, ehrlich, emphatisch. 
Dafür möchte ich Ihnen auf diesem Wege ein ganz herzliches „Danke nach Moskau“ in all seiner Vieldeutigkeit sagen!
 
Herzliche Grüße aus der Lausitz! 
 
René-Burkhard Zittlau (08.04.22)

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Brief an die Wochenzeitung „der Freitag“

Entlassung Ulrich Heydens

Auch ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg unterliegt einer Kausalität
und steht in einem politischen Kontext, in dem es verschiedene Kräfte
gibt, die aufeinander prallen. Aufgabe von Journalismus ist, diese
Kräfte zu beleuchten, um den Konflikt verständlich zu machen. Nur
dadurch lassen sich Handlungsoptionen entwickeln, die aus der Gewalt
herausführen.

Die Arbeit von Ulrich Heyden, der seit 30 Jahren für den Freitag aus
Russland, der Ukraine, dem Donbass etc. berichtet steht für hochwertigen
Journalismus und ist gerade jetzt in der Kriegssituation unverzichtbar!
In den letzten Wochen haben die kriegsführenden Parteien zahlreiche
Sender und Zeitungen schließen lassen: In Russland, in der Ukraine, in
der EU und den USA. Das ist Teil der Kriegsführung! Mich verunsichert,
wie ich die Positionierung des Freitags mit dem Rausschmiss von Ulrich
Heyden verstehen soll.

B. Lautenschlager, (25.03.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,


lassen Sie sich durch die Kündigung nicht von Ihrer Überzeugung abbringen!
Zum Glück gibt es immer noch Journalisten mit einem Kreuz in der Hose.
Respekt!!!

 

Mit freundlichen Grüßen!
Reinhard Wirth (26.03.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,

die Vorgehensweise der Redaktion "der Freitag" ist selbstentlarvend und bedarf deshalb keiner weiteren Diskussion. Sie bestätigt darüber hinaus, daß faßt alle Medien durch das (globale) neue Regime auf die Linie des "Great Reset" gebracht wurden.

Ich betreibe (als Autodidakt im Web-Design) seit 2019 die Website

www.neustart-deutschland.de

auf der ich eigentlich nur mein Konzept zur Neugestaltung unseres politischen Systems darstellen wollte. (Kernpunkt des Konzepts: Vorschlag zum Aufbau eines politischen Systems ohne Parteien, direkte politische Bürgerbeteiligung und der Aufbau einer neuen, bürgerdemokratisch orientierten Staatsform). Denn es wäre ungeschickt, ein System absetzen zu wollen, ohne zu beschreiben, was „Besseres“ kommen soll.

Die Offenbarung der tatsächlichen Zielsetzungen des derzeitig agierenden Politikapparats hat mich jedoch dazu gebracht, auch bereits seit 2019, das Thema „Covid-19“ und „Grundrechte“ auf meiner Website zur Diskussion zu stellen. Inzwischen bin ich zu der Ansicht gelangt, daß die friedliche Umsetzung eines neuen politischen Systems nur auf dem Weg von Demonstrationen und Gerichtsverfahren nicht mehr möglich ist.

Die einzige und wahrscheinlich auch letzte Chance einen friedlichen Wandel zu erreichen, liegt in der Durchführung eines Generalstreiks. Mir ist bewußt, daß das Wort „Generalstreik“ Aggression assoziieren kann. Tatsächlich ist ein Generalstreik aber nichts anderes als ein Werkzeug, dessen Aggressivitätsgrad durch die Art der Anwendung durch uns Menschen bestimmt wird. Darüber hinaus wird durch den Artikel 20,4 des deutschen Grundgesetzes jeglicher Widerstand von jedem Bürger gefordert, wenn andere Mittel zum Schutz des Staats (der Demokratie) nicht mehr zur Verfügung stehen. (siehe auch: BGH, neue Gesetze nach verlorenen Prozessen, etc.)

Leider verfüge ich nicht über ein großes Social-Media-Netzwerk, sodaß ich die Themen „Konzept Neustart-Deutschland“ und die Ermöglichung der Umsetzung des Konzepts nicht in einem großen öffentlichen Rahmen zur Diskussion stellen kann.

 Daher meine Anfrage:

Sind Sie bereit, das Konzept Neustart-Deutschland und das Thema Generalstreik in einen Debattenraum einzubringen und der breiten Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen oder können Sie mir Kontakte vermitteln, die bereit sein könnten die Thematik aufzugreifen?

Selbstverständlich stehe ich für alle dazu eventuell notwendigen Unterstützungen meinerseits, im Rahmen meiner Möglichkeiten, zur Verfügung.

Brüderlich mit Herz und Hand!

Wolfgang Ottmar Ziegert (27.03.22)

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Lieber Herr Heyden

Mit erschrecken habe ich gerade auf den Nachdenkseiten gelesen, dass Sie nicht mehr im Freitag veröffentlichen dürfen!?

Ich schreibe in der Freitag Community seit Jahren unter dem Pseudonym "gsyme", mitlerweile ca. 800 Kommentare, und gebe Wilfried Jonas, mbert und Kolobok regelmäßig erfolgreich in den Kommentaren Contra, wenn es um die Ukraine, die Nato oder Russland geht...

Leider ist es jetzt ja zu spät, aber sollten sie je wieder dort "gejagt" werden, lassen sie es mich wissen. Dann stelle ich die in den Kommentaren blos.

Bei den dreien ist nicht viel dahinter außer Propaganda aus pro-westlichen ukrainischen Think-Tanks wie dem UCMC. "Kolobok" hat mir in einer Diskussion als Argument mal Material von denen als "Beweis" geschickt und sich damit blosgestellt.

"Das Ukraine Crisis Media Center (UCMC) wurde gegründet, um die ukrainische Staatlichkeit zu stärken und das Image der Ukraine im Ausland zu fördern""..."mit dem Ziel, die Souveränität und die nationalen Interessen der Ukraine im globalen Informationsraum zu verteidigen." https://uacrisis.org/de/pro-nas

mich persönlich würde es nicht wundern, wenn einer oder alle drei dort "engagiert" sind.

Vom Freitag hätte ich viel mehr erwartet, vor allem in einer Zeit und zu einem Thema, wo es einen engen Meinungskorridor gibt, braucht es Autoren die eine andere Sichtweise überhaupt anbieten.

Das man so eine Haltung erst wieder haben darf, wenn der Ukraine-Krieg vorbei ist, ist widersprüchlich und entlarvt Grassmann und den Freitag übrigens. Augstein selbst hat ja vor kurzem einen Artikel veröffentlicht, wo er dem Westen eine Mitschuld an dem Krieg bescheinigt...und mit den Waffenlieferungen sind wir es spätestens jetzt ohnehin.

Wenn man jetzt nicht mehr sagen darf, dass "der Westen eine Mitverantwortung am Ukraine Krieg hat", egal ob man das glaubt oder nicht, es geht um die Aussage alleine, dann ist der Freitag wohl für mich keine politische Wochenzeitung mehr die ich finanziell unterstützen will. Ich werde mein Abbo kündigen.

mit freundlichen Grüßen und alles Gute.

Gsyme, (25.03.22)

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Lieber Ulrich,

gerade haben wir von der Kündigung des Freitag gelesen und auch deine Antwort darauf. Auf der einen Seite sind wir entsetzt, auf der anderen müssen wir uns eingestehen, dass solche Dinge hier in Deutschland nichts Besonderes mehr sind. Russlandfeindlichkeit ist in wenigen Wochen ein Teil der neuen deutschen Normalität geworden.

Ich empfinde den Übergang vom Corona-Schutz zum Russenhass als nahtlose Entwicklung. Mit den drakonischen Desozialisierungs- und Entfremdungsmaßnahmen zum angeblichen Schutz gegen ein Virus, haben die meisten Menschen hier begonnen, ihre empathischen Empfindungen systematisch zu unterdrücken.

Sie fühlen nichts mehr, wenn sie selbst kleinen Kindern das Gesicht verdecken, ihnen quasi das Atmen und Lachen verbieten zumindest massiv erschweren. Es gibt in diesem Land inzwischen massenhaft Eltern, die ihr Kind mindestens einmal wochenlang in sein Zimmer eingesperrt haben und jede Begegnung vermieden haben, um sich vor dessen vermeintlich gefährlicher Krankheit zu schützen.

Die meisten Deutschen nehmen es hin, ihre Angehörigen in völliger sozialer Isolation sterben zu lassen, sie verboten sich über zwei Jahre hinweg Umarmungen, Gesang und Tanz und meldeten eifrig Mitmenschen, die derlei staatlich verordnete Kontaktverbote überschritten.

Das sind in der überwiegenden Mehrheit keine normalen Menschen mehr, sondern Personen, denen die Menschlichkeit abhandengekommen ist. Wenn man ihnen jetzt vormacht, ihr Hass auf Russland wäre ein Engagement für den Frieden – dann nehmen sie dieses Angebot dankbar an, in dem Glauben, dass ihre steinkalten Herzen doch noch zu etwas Gutem fähig wären. Dass Hass Frieden schaffen könnte, glauben sie ebenso wie die Behauptung, die soziale Isolierung alter Menschen wäre Solidarität.

Es ist nicht einmal Heuchelei, was dein Redakteur Philip Grassmann offenbart, wenn er schreibt, der Westen trage keinerlei Mitschuld an der Eskalation. Es ist die Angst vor sich selbst, die Unfähigkeit oder auch das seelische Unvermögen, die eigene Hartherzigkeit noch zu erfassen. Das Tragische ist, dass jemand, der bar jeder Empathie ist, auch die Voraussetzung dafür verloren hat, die eigene Hartherzigkeit zu empfinden. Man kann Empfindungslosigkeit nicht empfinden, also auch nicht wahrhaben. Was bleibt ist Abwehr.

Man möchte dem Herrn Grassmann gern den Brief der russischen Kriegsveteranen zu lesen geben, der auf apolut veröffentlicht wurde.

Deutsche Waffen wieder in den Händen von Nazi-Schlächtern | Von Rainer Rupp - apolut.net

Aber vermutlich würde er selbst in diesem zutiefst berührenden Brief hochbetagter Männer nichts als Propaganda sehen.

Katrin McClean, (25.03.22)

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Hallo Ulrich,

ich, Jahrgang 55, darf Dich hoffentlich beim Vornamen nennen, da ich
deine Beiträge seit vielen Jahren gerne lese.

Was Du gerade über den Freitag schreibst, klingt sehr schmerzlich
bekannt. Ich war Abonnent des Freitag fast seit es sie gibt, weil sie
für mich die einzig lesbare Zeitung war u. habe überdies für eine alte
und bedürftige Freundin viele Jahre ein weiteres Abo finanziert.

Schon beim Eigentümerwechsel 2009 war ich drauf u. dran zu kündigen, weil sich
dieser unmittelbar in einer bestimmten Tendenz ausdrückte, blieb aber
aus Gewohnheit doch bei der Stange.

In den letzten Jahre wartete ich immer mit Spannung auf Beiträge im
Freitag, die der zunehmenden Hetze gegen Russland entgegen traten, die
spätestens ab Sotschi wirklich augenfällig wurde. Besonders, wenn in
Tagesschau o. Heute, was ich mir damals noch antat, heftig gehetzt
wurde, dachte ich mir, dazu muss doch mal im Freitag was kommen.

Aber nix. Vielmehr goss der Freitag hier und da noch Öl ins Feuer. Ich
beschwerte mich darüber beim Freitag, worauf eine Antwort über die
"Freiheit" und "Unabhängigkeit" der Redaktion kam. Deshalb habe ich mit
großer Enttäuschung letztes Jahr gekündigt.

Daher kann ich Deinen Schmerz gut verstehen, ich hoffe, es gelingt Dir,
Beiträge weiterhin anderswo unterzubringen u. wünsche Dir alles Gute.
Ich mache mir Sorgen um Russland u. ich hoffe, die im Kreml wissen, was
sie tun.

Gruß von einem Pfälzer in der schwäbischen Diaspora.
--
Rony B. Liebheit
Stuttgart
F. R. Germany

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Sehr geehrter Herr Grassmann,
sehr geehrter Herr Augstein,

hiermit protestiere ich auf das Schärfste dagegen, dass ein Autor wie
Herr Ulrich Heyden mit seiner Berichterstattung keinen Platz mehr im
Freitag haben soll. Gerade in einer solchen Zeit müssen Leute, die nicht
einfach den gängigen Mainstream bedienen, schreiben können. Es ist
einfach unerträglich, wenn sich jetzt auch noch der Freitag den
Veröffentlichungen der sogenannte "Qualitätsmedien" anschließt.

Sie schreiben selbst, dass der Freitag eine Wochenzeitung sei, die für
mutigen und unabhängigen Journalismus stehe und sie würde über Politik,
Kultur und Wirtschaft anders als die übrigen Medien berichten. Zumindest
für die Berichterstattung zur Ukraine ist zu befürchten, dass dies nicht
nicht mehr zutreffen wird. Ihr ursprünglicher Anspruch war vor Jahren
der Grund für mich, den Freitag zu abonnieren.

Ich fordere Sie daher dringend auf, ihre Entscheidung zu überdenken und
zurückzunehmen.

Freundliche Grüße

Manfred Heinzmann (26.03.22)

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hi ulrich,
 

hab grad von deinem rausschmiss beim freitag erfahren.
sei froh drum und mach einfach weiter mit gutem journalismus.

herzliche kollegiale gruesse, zur zeit aus lima

gaby weber (26.03.22)

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Lieber Herr Heyden,

ich stellen Ihnen mein Schreiben an Herrn Grassmann zur Verfügung und drücke Ihnen damit meine persönliche Anerkennung aus, sich in diesem Konflikt nicht dem „Bekennerdiktat“ von Politik und Medien unterworfen zu haben. Ich bitte Sie, mich mit Ihren Nachrichten weiter auf dem Laufenden zu halten. 

mit freundlichen Grüßen 

Michael Wilmes

Sehr geehrter Herr Grassmann, mit dem heutigen Tag kündige ich mein Abonnement für die digitale Ausgabe des Freitag. Der Grund: Ihr Brief an Herrn Heyden, der seit Jahrzehnten zum Stamm der Journalisten des Freitag gehört und dem Sie auch die Akkreditierung entziehen wollen. Ehrlich gesagt, ich bin fassungslos, dass Sie so etwas - offensichtlich nicht im Alleingang? - anordnen und exekutieren, ohne einen einzigen "Beweis" (z.B. ein Zitat) vorzulegen.

Es kann doch nicht sein, dass diese tiefsitzende "Russenphobie" auch bei Ihnen diesen Reflex ausgelöst hat, entweder den "Westen" gänzlich freizusprechen oder eben "Putinversteher" zu sein. Welch primitive und gehorsame Verneigung vor dem "Medienerlass" von BILD, Spiegel, SZ... in diesem Lande. Wer noch dazugehören will, muss sich bekennen: zum "Putinhasser" zum Freund und Bewunderer des "Helden" Selensky und seines mit Faschisten befreundeten Botschafters Melnyk. Schöne Gesellschaft. Da passen die klugen Artikel von Jakob Augstein ja kaum noch in diese Schablonen. Und Sarah Wagenknecht müssten Sie eigentlich auch ächten für das, was sie äußert. Ehrlich gesagt: ich verstehe Ihre Welt nicht mehr. 

Und schade: seit ich politisch denken kann, lese ich Ihre Zeitung und alle Ihre Vorgänger mit großem Interesse und intellektuellem Zugewinn. Ein solches journalistisches Armutszeugnis wie Ihr Rausschmiss von Herrn Heyden bringt mich allerdings dazu, mir ab jetzt eben andere Quellen einer offenen Meinungsbildung ohne Scheuklappen zugänglich zu machen. Schade!
Mit nicht sehr freundlichen Grüßen

(26.03.22) 

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Lieber Ulli,
Ich bin entsetzt,
So eine verlogene Bande. 
Das reißt dem 
"liberalen" Freitag die Maske vom Gesicht
Wo sind wir bloß angelangt, ich hätte es nie für möglich gehalten. ABSCHEU UND ENTSETZEN. Alle gekauft. Es ist schlimm

Manfred, Kiel (26.03.22)

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 Sehr geehrte Damen und Herren,


hiermit kündige ich mein Abonnement von "Freitag digital" zum nächsten
möglichen Termin.

Gleichzeitig entziehe ich Ihnen bzw. "Der Freitag MedienGmbH +Co KG" die
Berechtigung zum Einzug von Lastschriften von allen meinen Konten.

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung und den Kündigungstermin.

Falls Sie sich für meinen Kündigungsgrund interessieren:
Herr U. Heyden - den ich nicht persönlich kenne - war/ist für mich einer
der wenigen westlichen Journalisten, die gut recherchiert und neutral
aus/über Russland berichten. Weil "meine Haltung zum Ukraine-Krieg"
kritischer als die von Herrn Heyden ist, "hat Der Freitag keinen Platz"
in meinem Haushalt. 

(Herr Heyden erhält eine Kopie dieser Mail)

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Will, Hallertau (27.03.22)

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Offener Brief an den Chefredakteur der Wochenzeitung und Online-Nachrichtenplattform „Freitag“, Philip Grassmann, zum Fall „Ulrich Heyden“

Herr Chefredakteur, im Winter 1949/50 reiste die Jüdin Hannah Arendt im Auftrag der „Jewish Cultural Reconstruction“ zum ersten Mal nach ihrer Emigration wieder nach Deutschland, um vor Ort eine Antwort auf die Frage zu finden, wie es in dem Land der Dichter und Denker hatte zu Auschwitz kommen können. Die Ergebnisse ihres Besuchs fasste sie in einem Essay unter dem Titel „The Aftermath of Nazi Rule: Report from Germany“ zusammen, den sie in der Zeitschrift „Commentary“ veröffentlichte.

In diesem Essay schreibt sie über die Deutschen: „Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt jedoch in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“ Eine Beobachtung von brennender Aktualität. Warum?

Dass der Westen eine Mitverantwortung für den Ukraine-Krieg trägt, ist keine Meinung, sondern eine weithin und weltweit völlig unbestrittene Tatsache. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie die diesbezügliche Faktenlage nicht kennen, fügen wir in der Anlage drei Quellen an, die einen Einstieg in das Studium der Tatsachen ermöglichen.

Wenn Sie in Ihrem Entlassungsbrief an Ulrich Heyden schreiben, „der Westen trägt keine Mitverantwortung an diesem Krieg. Das war Putins alleinige Entscheidung … . Sie sehen das anders und das ist Ihr gutes Recht. Aber ein Autor mit dieser Haltung hat keinen Platz im Freitag … “, dann illustrieren Sie Hannah Arendts Diagnose über die Deutschen, die Auschwitz ermöglichten, auf eine geradezu paradigmatische Art und Weise, indem Sie eine objektive Tatsache, nämlich die Mitverantwortung des Westens, in eine subjektive Meinung von Ulrich Heyden umdeuten.

Hannah Arendt hatte für dieses Verfahren auch einen Namen. In einem Beitrag für den „Partisan Review“ schrieb sie 1945: „Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.“ In Ihrem Kündigungsbrief an Ulrich Heyden praktizieren Sie dieses „Wahrlügen“, indem Sie die offensichtliche Lüge, nämlich dass der Westen angeblich keinerlei Verantwortung für den Ukraine Krieg trägt, zu einer unumstößlichen Wahrheit hochstilisieren.

Ihr Umgang mit Tatsachen illustriert nicht nur den, wie Hannah Arendt schrieb, „hervorstechendsten und auch erschreckendsten Aspekt der deutschen Realitätsflucht“, sondern ist auch ein alarmierendes Zeichen dafür, wie tief solche Denk- und Argumentationsweisen wie das „Wahrlügen“ in Deutschland verankert sind. Dass ein so kompetenter und langjähriger Journalist wie Ulrich Heyden für das Aussprechen einer Tatsache von einem linksliberalen Presseorgan postwendend und auf so schäbige Weise entlassen wird, spricht Bände und macht uns fassungslos.

Dr. Lutz Marz

Jutta Heuer

Dr. Hannelore Böhme

Dr.sc. Wolfgang Böhme

Berlin, den 27.03.2022

 

Anhang

1. Halford J. Mackinder: Der geographische Drehpunkt der Geschichte. Zum Verhältnis von Geographie und Weltpolitik. Vortrag vor der Royal Geographical Society in London am 25. Januar 1904, In: Lettre International Nr. 120, Frühjahr 2018, S. 124-129.

2. Offener Brief von 50 US-Sicherheitsexperten an den USA-Präsidenten Bill Clinton vom 26. Juni 1997, online verfügbar unter https://www.armscontrol.org/act/1997-06/arms-control-today/oppositionnato-expansion, zuletzt geprüft am 26.03.2022.

3. George Friedman: Europe: Destined for Conflict? Vortrag und Diskussion beim Chicago Council on Global Affairs am 4. Februar 2015, online verfügbar unter https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc, zuletzt geprüft am 26.03.2022.

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Sehr geehrter Herr Grassmann,

das Veröffentlichungsverbot für Herrn Heyden im "Freitag" veranlasst
mich dazu, mein Abonnement mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

Jede/r PsychologiestudentIn lernt schon im ersten Semester, dass
Konflikte, Aggressionen bzw. Kriege immer von beiden Seiten zu
verantworten sind. Dabei gibt es natürlich immer einen
Hauptverantwortlichen, den man mit einer bestimmten Prozentzahl belegen
und als Aggressor, Bösewicht, Schlächter usw. bezeichnen kann.....

Ich glaube Sie betreiben im Zusammenhang mit diesem völkerrechtswidrigen
Krieg Russlands gegen die Ukraine  so etwas wie "embedded journalism",
dass keinen Deut an Kritik an der NATO, der Aufrüstung der Bundeswehr,
der Ukraine........usw. zulässt.

Machen Sie das eigentlich freiwillig oder werden Sie dazu gezwungen?

Psychoanalytisch betrachtet kommen hier zumindest die Abwehrmechanismen:
Verdrängung und Verleugnung in Betracht.

Mit freundlichen pazifistischen Grüßen

Bernd Rathje (26.03 22)

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Hallo Herr Augstein, zu Kenntnis. 

Hallo Herr Heyden, zu Kenntnis. 

Hallo Herr Grassmann ,

mit zornigem Erstaunen musste ich den Rauswurf von Ulrich Heyden als Freitag-Korrespondent zu Kenntnis nehmen.

Besonders aufschlussreich bzw. schräg scheint mir Ihre Begründung: "Allerdings habe ich kein Verständnis für Ihre Positionierung im Ukraine-Krieg.
Es gibt eine Vorgeschichte zu diesem Krieg – ja. Aber der Westen trägt keine Mitverantwortung an diesem Krieg. .."

Das wirft für mich erstmal die Frage auf, wer sich da positioniert hat und darüber hinaus per ordre-de-mufti der verehrten und zahlenden Leserschaft seine Position als die alleinig
Richtige zu präsentieren gedenkt.

Gibt's zwischen diesem Ansatz und klassischem Journalismus eine Verbindung, die ich aktuell übersehe?

Ich verstehe durchaus, dass es in der derzeitigen Situation problematisch ist, eine nicht-Nato-kompatible Meinung zu vertreten. Das zeigt aber schon das Problem:
Ist die Meinungsfreiheit schon bedroht? Voreilender Gehorsam ? Aber wer das nicht aushält, sollte sich generell darüber Gedanken machen, ob er im Bereich
linker oder links-liberaler Medien richtig ist.

Ein Wochenzeitung ist immer nur ergänzend und bringt eine zusätzliche Blickrichtung. Ich halte den Durchschnittsleser dwes "freitag" für nicht so naiv, dass er glaubt,
mit der Zeitung auch die "Wahrheit" zu kaufen. Da gibt's mit "Bild","Pilger" oder "Leuchtturm" bessere Publikationen.

Ich lese seit den 80ern den Freitag, bzw. seine Vorgänger, wegen zusätzlicher Informationen. Wenn diese jetzt durch die unmaßgebliche Meinung des Chefredakteurs ersetzt werden
sollen, ist der weitere Bezug der Freitag für mich obsolet, denn ich kaufe keine Meinungen, die bilde ich mir selbst.

OK, ich habe gesehen, sie sind ursprünglich kein Journalist sondern Politologe, das bringt erfahrungsgemäß Interpretationsstärke mit sich, oft gepaart mit Faktenschwäche,
kein Problem, das liegt im Trend, aber vergegenwärtigen wir uns doch mal die aktuelle Situation:

- Botschafter Melnyk mobt die Regierung und erklärt ultimativ, welche Waffen Deutschland
  zu liefern hat.
- Selenskyj fordert, unterstützt durch die Baltenstaaten, eine Flugverbotszone.
  Dass dies voll in Richtung Weltkrieg geht, interessiert niemand.
- bei Anne_Will_Kieg muss sich Klingbeil schon fast dafür entschuldigen, dass er gegen die
  Nato-Flugverbotszone ist ( siehe: Weltkrieg )
- LNG-Gas ist aktuell das liebste Projekt der Bündnis(-treue) / (Oliv-)grünen
  LNG-Gas benötigt zum Verflüssigen und wieder Expandieren ungefähr zusätzlich 40% der Energie,
  die transportiert wird.
  Über den Daumen:
  Der Preis: bekomme 100, zahle 140.
  Die Menge: Wir verbrauchen ungefähr 200 Milliarden Norm-Kubikmeter im Jahr.
  Erzeuger-seitig bedeutet dies ca. 80 Milliarden Norm-Kubikmeter zusätzliche Förderung und auch
  Verbrauch..(s.o.)
  Die Putin-böse Nordstream 2 würde dafür übrigens nicht reichen, die ist nur für 55 Milliarden
  Norm-Kubikmeter/Jahr ausgelegt.
- Trotz Bückling in Katar : kein Gas
- Joe Biden verspricht in 2022 15 Milliarden Norm-Kubikmeter ( 15 / (200 + 80 ) = 5 % Hurra !!
- Polen fordert: Kein russisches Gas .. und wenn doch, dann nur über die Pipeline an der
  Polen verdient.
- Und .. maulheldig wie bei den Kampfbombern: russisches Gas Niemals ... aber ..
  Die EU soll zentral einkaufen. wohl wissend, dass das ohne russische Gas nicht geht.
  Dann will man aber wenigstens von dem niedrigen Preis profitieren, der sich aus dem Einsatz
  des Gases aus Russland ergibt, hat aber offiziell von nichts gewusst.
- Schäuble, jetzt nicht mehr "in Verantwortung", faselt verantwortungslos irgendwas von
  Flugverbotszone, Merz markiert sofort auch den starken Mann.
- Klaus von Dohnanyi gerät bei Markus Lanz schon fast ins "Nicht_Mehr_Ausreden_Dürfen" weil er
  auch Fehler beim Westen sieht. Münchener Merkur : "Markus Lanz zählt SPD-Mann von Dohnanyi an"
  Dohnanyi zitiert zustimmend Henry Kissinger, der sich in einer vor-1914-Schlafwandler-Situation
  vermutet. Problem: ich sehe das auch so.
- Die Maulhelden aller Fraktionen, angeführt von talkender Journaille, geifern nach Sanktionen
  und "Maßnahmen". Jeder hat fahrlässigere Forderungen und hofft, dass sich wenigstens ein paar
  Entscheider die Blöße geben bei Verstand zu bleiben.
- Joe Biden ist schon durch, aber den bremsen seine Generäle.
- die 'Völkerrechtlerin' im AA : ahnungslos und im Kriegsmodus, wild mit Moralin um sich spritzend.
  ( Leistungklasse: grüne Kreisliga )
- Olav Scholz ist vorsichtig. Sein Problem: diejenigen seiner Generäle, die ihn bremsen müssten,
  wurden seitens der Ukraine schon wegemobt. Da traut sich keiner mehr.
  Hoffentlich ist er standhaft genug, die Dummheiten nicht zu begehen, die von ihm verlangt werden.

Selbst wenn Ulrich Heyden die russischen Presseverlautbarungen 1 zu 1 weiterleiten würde, angesichts der aktuellen Situation wäre die Menge im Promille-Bereich gegenüber der andauernden
Selenskyj-Berieselung.

Die Zustimmungsraten für Putin wurden uns immer mit der gleichgeschalteten Presse erklärt. Was läuft jetzt hier? Wo stehen Sie?

Ich sehe hier ein Problem für die Meinungsfreiheit, das heisst nicht Heyden sondern Grassmann.

Abhilfe: Heyden umgehend wieder aktivieren!

Mit freundlichen Grüssen wenn auch recht sauer,

Werner Heisch (27.03.22)

 

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Sehr geehrter Herr Grassmann,
 
mit großem Bedauern haben ich von der durch Sie ausgesprochenen Suspendierung der Zusammenarbeit des FREITAGs mit dem Autor Ulrich Heyden gehört.
Als langjähriger Abonnent schätze ich den FREITAG für seinen Pluralismus innerhalb eines breiten Links-Mittelinks-Grün-Spektrums und gerade für den Platz, den er unbequemen, nicht-mainstreamigen Positionen gewährt.
Warum wird nun gerade auf dem eminent wichtigen Gebiet der Außen- und Friedenspolitik nicht an diesem bewährten Prinzip festgehalten - und dies auch noch zu einem Zeitpunkt, zu dem in der Russland-Berichterstattung eines Großteils der Medien eine erschreckende Einseitigkeit herrscht?
Zu den Punkten, die Sie Herrn Heyden vorwerfen: Der Westen hat den Krieg zwar nicht begonnen, aber politische Mitverantwortung hinsichtlich des Weges dorthin trägt er - zumindest im Sinne eines eklatanten Politikversagens - durchaus. Und dass es sich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt, ist unstrittig - aber muss jeder Autor im Sinne einer offiziösen Sprachregelung explizit diese Formulierung verwenden (und damit quasi den Gesslerhut grüßen)?
Noch problematischer wird Ihre Maßnahme gegen Herrn Heyden vor dem Hintergrund seiner Darstellung, dass er die ihm angekreideten Formulierungen überhaupt nicht gebraucht habe. Hier wäre zumindest ein konkreter Beleg gegenüber Herrn Heyden zu erbringen (und möglichst auch den Lesern darzulegen).
 
Ich würde es sehr bedauern, Ulrich Heydens vielleicht manchmal unbequeme, aber immer kluge und anregende Texte nicht mehr im FREITAG lesen zu können. Die Verweigerung der Unterstützung der Akkreditierung U. Heydens in Moskau in Moskau ist überdies der Meinungsbildung des deutschen Publikums alles andere als förderlich.


Mit freundlichen Grüßen
K.V., Berlin (28.03.22)

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Lieber Freitag, werter Herr Grassmann,

am selben Tag, an dem Sie mir diesen Letter schickten, haben Sie auch an Ihren ehem. Schreiber U. Heyden geschrieben.

Der Inhalt dürfte bekannt sein – wenn ein Autor wie Herr Heyden aus diesen läppischen Gründen keinen Platz mehr beim Freitag hat, dann hat auch ein Abonnent wie ich kein Interesse mehr an Ihrem Blatt.

Das Eingeständnis, daß dieser Krieg nicht vor vier Wochen, sondern vor acht Jahren und vier Wochen (sicher kein Zufall) begonnen hat, gehört zu aller gerechtfertigten Empörung über Russlands Angriffskrieg dazu.

Von einer Zeitung wie Ihrer hätte ich diese Art von Gleichschaltung nicht erwartet – hiermit kündige ich mein Abonnement.

beste Grüße

Carsten Glienke

Leipzig (28.03.22)

 

Der Leser-Service des "Freitag" drückte in einem Schreiben an Herrn Glienke sein Bedauern über die Abo-Kündigung aus, worauf Herr Glienke folgenden Brief an den "Freitag" schrieb:

 

Liebe Frau Malkoc,

zu meiner Abokündigung habe ich Rückfragen; diese betreffen jedoch weniger den Sachverhalt, daß Sie meine Kündigungsmail anscheinend nur überflogen haben (Ihr Satz "Sie haben sich über unsere redaktionelle Berichterstattung geärgert." stimmt nämlich absolut nicht, damit bin ich über Jahre sehr zufrieden gewesen) – sondern ob Sie die Kündigungsmail Ihres Chefredakteurs Grassmann an den ehem. Freitag-Autoren U. Heyden überhaupt kennen?

Darin geht es nun gerade nicht darum, daß "es auch Teil des redaktionellen Auftrages, ein breites Meinungsspektrum widerzuspiegeln." – sondern genau das Gegenteil: einem langjährigen Autoren die Publizierung seiner Sicht der Dinge im Freitag zu verbieten.

Und das auch noch mit der haarsträubenden Begründung einer Sprachregelung, ob man etwas nun Intervention oder Angriffskrieg oder vielleicht doch lieber „humanitäre Friedensmission mit Kollateralschaden“ nennt. Ihre Leserschaft ist sicher intelligent genug, Sinn und Haltung eines Artikels auch jenseits erlaubter bzw verbotener Reizwörter zu erfassen. Aber vielleicht werden ja demnächst schon bestimmte Buchstaben unerwünscht sein…

Gerade ist der neue Freitag gekommen – wird darin der Fall behandelt, oder hat’s diesen Autoren niemals gegeben?

Falls es doch zu einer öffentlichen Auswertung kommen sollte, dann dürfen Sie mein Schreiben gern als Beitrag verwenden.

mit besten Grüßen

Carsten Glienke, Leipzig (31.03.22)

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Guten Tag, Herr Heyden, ich möchte Ihnen nur mitteilen, dass ich soeben
mein Abonnement beim Freitag nach vielen Jahren gekündigt habe. Ich habe
geschrieben: "Offenbar ist auch der Freitag auf dem Weg in den
neoliberalen Mainstream. Traurig für die linke Bewegung!" Alles Gute für
Sie in dieser wahrlich nicht einfachen Zeit!

Matthias Holzbauer,
Greußenheim (bei Würzburg) (30.03.22)

 

(Hier ein Brief von Herrn Holzbauer an den Freitag-Leserservice)

Subject:    Re: der Freitag - Ihre Kundennummer 1062585902 - Auftragsnummer 4751479371 - 0800
To:    service@abo.freitag.de

Sehr gehrte Frau Malkoc, vielen Dank für die Bestätigung. Ich wundere mich allerdings etwas über den Inhalt Ihres Schreibens. Denn die Breite des Meinungsspektrums im Freitag hatte ich in meinem Brief vom 30.3. keineswegs kritisiert, im Gegenteil. Vielleicht hatten Sie dieses Schreiben bei Ihrer Antwort nicht vorliegen, weil ich es allgemein an die Redaktion und noch nicht an den Abo-Service geschickt habe, wie die zweite Mail.

Ich habe leider vergessen, den Wortlaut zu kopieren, aber ich kann mich noch gut entsinnen, was meine Begründung war, sinngemäß gerichtet an den Chefredakteur: Ich kündige, weil Sie Ihren langjährigen Korrespondenten in Moskau, Ulrich Heyden, mit fadenscheiniger Begründung gefeuert haben, und weil ich daher den Eindruck habe, dass auch der Freitag nunmehr auf dem Weg in den neoliberalen Mainstream ist. Traurig für die gesamte linke Bewegung.

Sehr geehrte Frau Malkoc, bitte urteilen Sie selber: War das eine Kritik an der "Breite des Meinungsspektrums"? Oder war es das Gegenteil?
Und gestatten Sie mir noch eine Schlussbemerkung: Hätte Herr Albrecht Müller, den ich als Leser der NachDenkSeiten sehr schätze, Ulrich Heyden nicht spontan die Akkreditierung gesichert, dann hätte Ihr Chefredakteur nicht nur das Meinungsspektrum des Freitag verringert, sondern der Lebensleistung eines aufrechten Journalisten im Rentenalter ein jähes und unverdientes Ende gesetzt. Auch diese hire-and-fire-Mentalität ist unverkennbar ein Aspekt des Neoliberalismus.
 

Mit besten Grüßen, Matthias Holzbauer
 

P.S.: Ich erlaube mir, diese Mail in Kopie auch an die Herren Heyden und Müller zu schicken.    (11.04.22)

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Sehr geehrter Herr Grassmann,

seit einigen Wochen bin ich Abonnent des Freitag. Entschieden hatte ich mich nach einem Probeabo, das es mir ermöglichte, Ihre Wochenschrift als eine Publikation kennenzulernen, die sich wohltuend abhebt vom medialen Mainstream: Keine „schweigenden Lämmer“ (Mausfeld), keine bigotte politische Korrektheit, erstmals seit langem las ich Texte, die um Aufklärung bemüht sind, Hintergründe ausleuchten und gegen politische Wohlgefälligkeit gebürsteten Meinungen äußern.

Und nun erhalte ich heute eine Mail, in der ich erfahre, dass Sie Ulrich Heyden – vorübergehend, das ist lächerlich, oder? – gekündigt haben. Ich wollte es nicht glauben, aber auf seiner Internetseite sind Ihre Mail und seine Antwort einzusehen, also kein Fake. Eigentlich fehlen mir die Worte, aber nach all den sinnlosen und unerhörten Ausgrenzungen russischer Menschen, von Netrebko über Dostojewski in Mailand, den Beck-Verlag und die paralympischen SportlerInnen usw. usf., muss ich doch meine Einschätzung in einem kurzen Satz äußern: Ich finde Ihr Verhalten schockierend, empörend, unerträglich.

Diese Einschätzung bezieht sich einerseits auf die Kündigung Ihres Mitarbeiters, andererseits auf die Begründung: „Es gibt eine Vorgeschichte zu diesem Krieg – ja. Aber der Westen trägt keine Mitverantwortung an diesem Krieg. Das war Putins alleinige Entscheidung. Es handelt sich auch nicht um eine Intervention Russlands sondern um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.“ Ihre Argumentation liegt voll auf Nato-, USA- und EU-Linie, und mit ihr fallen Sie m.E. sogar weit hinter den sehr reflektierten Leitartikel von Jakob Augstein vom 3. März gleich nach Kriegsbeginn zurück.

Wenn Sie sich auch nur ein wenig mit dieser Vorgeschichte befasst haben, wissen Sie, dass sie aus einer Aneinanderreihung von Wort- und Vertragsbrüchen des Westens besteht, und wenn Sie sich die Mühe machen – ich könnte auch andere wie Kennan nennen -, die detaillierte und differenzierte Analyse von Jacques Baud zu lesen, müsste Ihnen klar werden, dass der Westen nicht nur Mit-, sondern Hauptverantwortung nicht für den Krieg, aber für die Eskalation trägt, die zu ihm geführt hat. Ja, es war Putins alleinige Entscheidung – was so übrigens auch nicht stimmt - und es ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.

Der Meinung war ich auch, einig mit Andreas Zumach, als er in der letzten Woche hier auf meine Einladung einen Vortrag gehalten hat. Nach der Lektüre des Interviews mit Jacques Baud bin ich da allerdings nicht mehr so ganz sicher, und falls Sie sich nicht entschlossen haben, nun mit den Wölfen vor Ort zu heulen, statt kritische Distanz zu behaupten, müssten auch Sie sich Fragen stellen.

Wenn ich nun auch im Freitag nur noch einen Aufguss dessen lesen soll, was mir andere Medien tagtäglich als Wahrheit und Wirklichkeit verkaufen wollen, unter Missachtung jeder journalistischen Sorgfaltspflicht und mit Halbwahrheiten, unterdrückten Fakten und propagandistischen Einschüben, und Meinungsdifferenzen geschliffen werden, kann ich auf den Freitag gut verzichten, auf den als Vertreter der „Vierten Gewalt“ ich gehofft hatte.

Dieser Krieg muss aufhören, und kein neuer sollte je begonnen werden. Es gab den sehr bereichernden Beitrag von Daniela Dahn in der letzten Woche, vor allem ihre Erinnerung an Egon Bahr und seine weise Einsicht, man müsse auch die Interessen der anderen Seite berücksichtigen: Nur so wird es möglich sein, auch aus diesem Krieg Lehren zu ziehen für eine friedliche Zukunft. Der Krieg bleibt ein Verbrechen, wie jeder Krieg – übrigens ca. 33 der USA nach 1945 -, aber an die Stelle des radikalen Nachforschens tritt in Ihrer Mail eine pauschale Exkulpation der westlichen Staaten und Bündnisse.

Ich bin überzeugt, dass Sie mit der Kündigung Ihres Mitarbeiters, dessen Perspektive für eine möglichst vollständige Meinungsbildung unverzichtbar ist, den Freitag nachhaltig beschädigt haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Günter Rexilius (30.03.22)

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Sehr geehrter Herr Augstein,

als langjähriger Freitag-Leser habe ich immer die Positionen ihrer Zeitung geschätzt – als nicht dem Mainstream der Druckpresse verpflichtet.

Seit der Corona-Zeit hatte sich das schon verändert; jetzt – mit dem “Rauswurf” von Ulrich Heyden – schlägt es aber dem Fass den Boden aus: Ich bin bestürzt und erschüttert über die Maßnahme

ihres Chefredakteurs Grassmann und erwarte eine sofortige Rückname.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Aktion ohne ihre und die Zustimmung der Redaktion erfolgt ist und bin aufs Äußerste beunruhigt über diese – meine - Einschränkung der Informationsfreiheit.

“Offen für Vielfalt, geschlossen gegen Ausgrenzung” ist eine Initiative hier im Kasseler Raum nach dem Mord an RP Dr.Lübcke. Nach meinem Dafürhalten muss das für die sogen. 4.Gewalt generell

gelten, insbesondere aber für ein Organ wie den Freitag.

Sollten die Redaktion ihre Entscheidung nicht revidieren, werde ich das Abonnement nicht verlängern.

Wie sie sehen, geht eine Kopie dieses Schreibens an Herrn Heyden.

Mit – nicht sehr – freundlichen Grüßen

Lothar Weddig, Notar a.D. (30.03.22)

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An: leserbriefe@freitag.de
Betreff: Grassman gegen Heyden

Liebe Redaktion,
der unselige Kaiser wollte 1914 keine Parteien mehr sondern nur noch Deutsche kennen. Der Chefredakteur Grassman will wohl nur noch Putingegner (an)erkennen. Den Verstand scheint er abgestellt zu haben. Wie soll man die "Verabschiedung" des Journalisten Heyden anders verstehen?

Der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine interessiert Grassmann nicht. Es ist eine Schande!

Ich bin wütend!

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Manstetten (30.03.22)

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Sehr geehrte Damen und Herren.

Als langjähriger Abonnement Ihrer Wochenzeitung "der Freitag" sehe ich mich leider nicht mehr in der Lage, das Abo weiter zu führen.

War doch diese Zeitung die einzige, in der ich mich zum größten Teil politisch wiedergefunden habe, die meine politischen Positionen widerspiegelten. Erste Bedenken und Zweifel kamen bei einer doch sehr einseitigen Berichterstattung im Rahmen der unsäglichen Corona-Pandemie, aber hier konnte ich noch über unterschiedliche Ansichten hinwegsehen.

Die völlig einseitige Berichterstattung zum Ukraine-Krieg, die Gleichschaltung mit allen übrigen Medien, von einer gegen Russland gesteuerten Propaganda Maschinerie vorgegebenen Hetzkampagne, kann ich so nicht mehr teilen. Der Rauswurf / die Trennung von Ulrich Heyden, der gerade durch eine differenzierte Sicht von Russland positiv hervor stach und die Behauptung von  Philip Grassmann, "..der Westen trägt keine Mitverantwortung an dem Krieg" hat das Fass zum überlaufen gebracht.

Reihen Sie sich gern ein in eine hetzerische und verlogenen Berichterstattung wie BILD und Konsorten. Aber nicht mit meiner Unterstützung und meinem Geld.

Aus dem Grund kündige ich hiermit mein Abo der Wochenzeitung "der Freitag" zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Kundennummer: 1061862420

Mit großem Bedauern verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Siegbert Grießer (30.03.22)

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Sehr geehrter (ist auch so gemeint!) Herr Heyden,

es ist mir ein Anliegen und Genugtuung, Sie für Ihre aufrichtige journalistische Haltung zu loben. Ich - Journalist seit den 60er Jahren, jetzt mit 82 ausgemustert - muss mich mittlerweile für meine Profession schämen. Nie hätte ich gedacht, eine solche Selbstzensur und Gleichschaltung in allen Medien noch erleben zu müssen.

Von einem Berichterstatter eine „Position“ zu verlangen, offenbart die Verkommenheit einer Journaille, die einmal als die vierte Instanz und Hoffnungsträger unserer schlingernden Demokratie gegolten hat! Während unsere heldenhaften Kollegen Assange und Snowden buchstäblich totgeschwiegen werden, darf ein Komödiant als Held vor den Parlamenten posieren und sein ungeschickter Gesandter sich durch Talk Shows pöbeln. Die für ihre Enthüllung unserer Kriegsverbrechen wie antike Boten schlechter Nachrichten unschädlich gemachten Whistle Blower sind so unendlich wertvoller für unsere ethische Integrität, als die Herden gleichgeschalteter Verlautbarer. Sie sind mit von der Partie, wenn jedes Register der Demagogie überzogen wird, und aus der Video-Kulisse sogar Radikalenführer eingeschleust werden, die samt der korruptionsverdächtigen Kiewer Regierungsclique noch im vergangenen Oktober Thema  höchst besorgter Presseberichte waren. Bis vor einem halben Jahr von den gleichen Medien kritisch beobachtet, die sich jetzt im Jubelchor der Ukraine-Loyalisten überbieten. In gewollter Unkenntnis seines Drehbuches applaudieren sie dem zum Hauptdarsteller im Welttheater avancierten Provinz-Star und dienen seinen Hintermännern, die in dieser tödlichen Marionettenposse die Fäden ziehen. 

Ihnen und den wenigen Aufrechten in unseren Reihen danke ich den Trost, nicht ein von der Geschichte überholter Geisterfahrer in seiner Einbahnstrasse zu sein.

Ich wünsche Ihnen und allen noch um eine unabhängige Meinungsbildung bemühten Weltbürgern, dass Sie weiterhin Mittel und Wege zu einer Berichterstattung finden, die diesen Namen noch verdient hat.
Mit Hochachtung

HD Dambacher (01.04.22)


NB dies ist eine Stellungnahme und kein journalistischer Beitrag, für den ich sehr wohl die früher einmal gültige professionelle Trennung von Bericht und Meinung zu respektieren weiß!

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Sehr geehrter Herr Heyden,

eben lese ich auf the platform.net/frische Sicht den Mailwechsel
zwischen Herrn Grassmann und Ihnen. Ich bin vollkommen außer mir. Ich
hoffe, Sie haben die Möglichkeit, weiter zu berichten und zu
veröffentlichen. Was derzeit in Deutschland politisch und medial
stattfindet, kann einen nur noch in tiefe Verzweiflung stürzen. Ich
informiere mich inzwischen ausschließlich über alternative Medien.
Leider fürchte ich, der "Medienkrieg" ist im Westen längst entschieden.
Ich schäme mich zutiefst für die Geschichtsvergessenheit und
Selbstgerechtigkeit des "Wertewestens". Stimmen der Vernunft (ich nenne
nur mal Michael Lüders) werden nur noch im alternativen Spektrum gehört
und zu Interviews geladen.

Es wiederholt sich auf gespenstische und verschärfte Weise, was ich seit
über 2 Jahren Pandemie wahrnehme. Konnte ich zu den Maßnahmen noch
immerhin mit einer Handvoll Menschen offen sprechen, ist dies zum
Ukraine-Thema nun gar nicht mehr möglich, die Isolation im sozialen,
beruflichen und familiären Umfeld ist vollkommen.

Vom Freitag hielt ich immer noch vergleichsweise viel, das hat sich
jetzt auch erledigt.

Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und bitte Sie, weiter Ihre
Stimme zu erheben.

Herzliche Grüße

Melanie Karas (05.04.22)

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Lieber Herr Heyden,

soeben ist "Der längste Krieg in Europa" bei mir eingetroffen. Ich freue mich auf die Lektüre! UND hoffe Sie auf diese Weise ein wenig zu unterstützen!

In diesen - medientechnisch gesehen - furchtbaren Zeiten finde ich Zuflucht nur noch bei Ihren Artikeln. Außer den NDS, Anti-Spiegel und Co und lese gerne die hierzulande ungeliebte Sichtweise von RT Deutsch.

Den Freitag hatte ich abonniert seit seiner Gründung. Bin zum Jahreswechsel ausgestiegen. Die Blätter hatte ich jahrzehntelang abonniert. Auch gekündigt.
Kann diese tendenzielle Berichterstattung nicht mehr ertragen.

Bitte bleiben Sie aktiv und kritisch!

Danke und Grüße

Dr. Stefan Meyer (06.04.22)

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Guten Tag,

hiermit kündige ich mein Abonnement Ihrer Wochenzeitung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie die Kündigung.

Journalisten wie Ulrich Heyden aus dem Programm zu nehmen, empört mich außerordentlich. Die in dem Zusammenhang öffentlich gewordene Begründung Ihrerseits ist ein trauriges Zeugnis über die Absage an einen kritischen und aufklärenden Journalismus, der gerade in diesen Zeiten eine so wichtige Aufgabe hätte.

Ansgar Altevolmer (06.04.22)

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Hallo Herr Heyden,

ich finde es sehr schade, dass Sie nicht mehr für den Freitag schreiben. An dem Tag, an dem ich von Ihrem Rauswurf hörte, habe ich mein Abo gekündigt. Ich finde es sehr bedenklich, dass wir bei kritischen Themen keine kontroversen Meinungen mehr zulassen. Ich hoffe, Sie können ihre Artikel in anderen Medien unterbringen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Walther (07.04.22)

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Sehr geehrter Herr Heyden,

ich habe jetzt lange überlegt, ob ich den Freitag gleich kündige oder dies nur ankündige für den Fall, daß die Situation so bleibt. Heute habe ich nun meine Kündigung an den Freitag geschickt. Es ist mir schwergefallen, weil es dort noch Autoren gibt, die ich ganz gerne lese. Viele Grüße aus Dresden.

Sehr geehrter Herr Augstein, sehr geehrter Herr Grassmann,

mit Entsetzen habe ich zur Kenntnis genommen, daß Herr Heyden nicht mehr für den Freitag schreiben darf. Herrn Heyden habe ich sehr geschätzt für seine Artikel. Er war einer der lesenswerten Autoren im Freitag. Nun sehe ich mich gezwungen, mein Abo zu kündigen. Wo der Heyden keinen Platz mehr hat, da habe ich auch keinen mehr.

Mit freundlichen Grüßen, Holger M (10.04.22)

 

------------- M E D I E N ----------------

 

Kein Platz für andere Meinungen: Wochenzeitung "Freitag" kündigt Moskau-Korrespondenten
 

26 März 2022 09:20 Uhr
Die Wochenzeitung "Freitag" hat ihren langjährigen Autoren und freien Moskau-Korrespondenten Ulrich Heyden rausgeworfen. Grund sei dessen "Positionierung im Ukraine-Krieg". In einer am Freitag veröffentlichten Antwort darauf fragt sich Heyden, welche "Positionierung" ihm unterstellt wird.

veröffentlicht in RT DE

 

„der Freitag“ – auf dem rechten Auge blind?
 

25. März 2022 um 12:05
Ein Artikel von Ulrich Heyden
In der „Freitag Community“ können Kiew-Kritiker gejagt werden. Die Chefredaktion greift erst ein, wenn man „Ukraine-Verteidigern“ freundliche Beziehungen zu ukrainischen Nazis nachweist. Von Ulrich Heyden

veröffentlich in  Nachdenkseiten

 

Der unerwünschte Korrespondent

Dienstag, 29. März 2022, 14:00 Uhr
Die Wochenzeitung „der Freitag“ beendete die Zusammenarbeit mit dem Russland-Experten Ulrich Heyden — der hatte zum Ukrainekrieg die „falsche“ Meinung.

veröffentlicht in Rubikon

 

По словам Ульриха Хайдена, немецкая пресса в последние годы сообщала лишь о положительных сторонах Украины и о том, «как она хочет в Европу».

Немецкий журналист Ульрих Хайден много лет проработал корреспондентом в газете Freitag, в которой печатались его статьи, заметки, репортажи и другие материалы различного рода. Но в один момент шеф-редактор газеты Филипп Грассман направил письмо Хайдену о разрыве сотрудничества. Причем эта ситуация по времени совпала с поездкой журналиста в пресс-тур по Донбассу по приглашению России. Ульрих в интервью «Звезде» раскрыл содержание этого письма.

опубликован в Телеканал Звезда (Fernsehkanal Zvesda)

 

Stellungnahme der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa

https://t.me/MariaVladimirovnaZakharova/2253 (Russisch), https://t.me/RusBotschaft/4631 (Deutsch)

 

Reportage des russischen News-Kanals Rossija 24 zu meinem Fall und anderen Fällen von Journalisten-Repression

http://cdn1.vesti.ru/_cdn_auth/secure/v/vh/mp4/high-wide/002/526/803.mp4?auth=mh&vid=2526803

 

Kommentar im "Jour-Fix-Info" (Hambuger Gewerkschaftslinke)

Ulrich Heyden hat am 6.5.2015 auf einem Jour Fixe seinen Film „Lauffeuer“ gezeigt und über die Situation in der Ukraine referiert.
Wir bedauern es, daß der Freitag Ulrich Heyden rausschmeißt. Und sind sehr erstaunt. Die Ausrichtung des Freitag stand uns bisher für Ausgewogenheit und Offenheit. Wir haben öfter Artikel aus dem Freitag im Jour Fixe Info wieder gegeben. Ausgerechnet  der Freitag verstößt hiergegen und steht wie andere Mainstreammedien für Ausgrenzung und Zensur. (DW) (08.04.22)

 

"Krass und Konkret"

Im Interview mit "Krass und Konkret" nahm ich Stellung zu meinem Rauswurf beim "Freitag" und meiner Reise nach Donezk und Lugansk. (08.04.22)

 

Noch ein Fall von Zensur beim "Freitag"

Wegen einem kritischen Text zum rechtsradikalen, ukrainischen Asow-Bataillon wurde der Autor Peter Nowak von den Administratoren der "Freitag-Community" zensiert. (21.04.22)

 

 

 

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