19. Mai 2020

Odessa - Jagd auf Symbole

Eine rote Fahne, genhisst über einer Datscha im Gebiet Odessa, macht Ukraine-weit Schlagzeilen. Dem Datschen-Besitzer, Dmitri Lasarew, drohen wegen dem Hissen der Fahne am 1. Mai fünf Jahre Gefängnis. Ein Nachbar hatte ihn angezeigt.

In der Ukraine kommt es immer wieder zu Fällen, wo Bürger von der Polizei gemaßregelt werden, weil sie an ihrem Auto oder an ihrer Kleidung Symbole haben, die an die Sowjetunion erinnern. Damit verstoßen diese Bürger gegen ein im Mai 2015 von dem damaligen Präsidenten Petro Poroschenko unterschriebenes Gesetzt, welches die Propaganda für nazistische und kommunistische Regime und das Zeigen von Symbolen dieser Regime verbietet. In Folge dieses Gesetzes wurden zahlreiche Denkmäler aus der sowjetischen Zeit gestürzt. Städte und Dörfer mit Namen sowjetischer Militärs wurden umbenannt.

Das neue Gesetz hat jedoch eine Schlagseite, denn mehrere Straßen in der Ukraine wurden nach den ukrainischen Hitler-Kollaborateuren Stepan Bandera und Roman Schuchewitsch benannt. Außerdem wird das Zeigen nazistischer Symbole, wie etwa der „Wolfsangel“ auf der Fahne des rechtsradikalen Asow-Bataillons, nicht bestraft. Dmitri Lasarew, ein 52 Jahre alter Bürger aus dem Gebiet Odessa, kam nun mit dem Gesetz in Konflikt, weil er auf seiner Datscha eine rote Flagge mit Hammer und Sichel hisste.

Dmitri wurde in Odessa geboren. Seine Eltern sind Ukrainer. In Moskau hat er zu Sowjetzeiten eine Ausbildung im Bereich Automation gemacht. Er ist begeisterter Motorradfahrer und hat ein kleines Motorrad-Geschäft. Dmitris Datscha befindet sich 80 Kilometer nördlich von Odessa, im Dorf Bezilowo. Die Hälfte des Jahres wohnt der Byker in Deutschland, wo ein Teil seiner Familie lebt.

 

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