30. Dezember 2010

Der Westen hat zu oft weggeguckt

(Kommentar zur zweiten Verurteilung von ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski)

Von SZ-Mitarbeiter Ulrich Heyden

Der Westen ist an dieser Tragödie nicht völlig unbeteiligt. In den 1990er Jahren hat man sich in Westeuropa zu wenig dafür interessiert, was für ein Kapitalismus in Russland entsteht. "Hauptsache kein Sozialismus", so dachten damals Viele. Doch eben wegen der negativen Erfahrung mit der "Demokratie" unter Boris Jelzin vertrauen die Menschen dem Autokraten Putin, auch wenn ihnen Vieles nicht gefällt. Eine kleine Chance gibt es noch für Chodorkowski: Präsident Medwedew könnte ihn begnadigen.

veröffentlicht in: Pfälzischer Merkur

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