25. März 2013

MZ-Kommentar: Gescheitert?

von Ulrich Heyden, MZ

Wenn es stimmt, dass Beresowski einen Brief an Putin geschrieben hat, in dem er sich für seine Fehler entschuldigt, wäre das ein Eingeständnis des Scheiterns. Der Brief würde die Vermutung bestätigen, dass Beresowski verzweifelt war und sah, dass er keines seiner Ziele – weder den Umsturz in Russland, noch die Abwehr juristischer Verfolgungen durch russische Behörden – erreicht hat.

In der Schweiz und in Frankreich wurden auf Veranlassung russischer Justizbehörden in den vergangenen Jahren Konten sowie Jachten und anderes Eigentum von Beresowski beschlagnahmt. Letztes Jahr verlor er in einem aufsehenerregenden Prozess gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner Abramowitsch viel Geld. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, musste der Oligarch in letzter Zeit Immobilien und Kunstwerke verkaufen. Vielleicht stimmen also die Vermutungen, dass der Oligarch keine Lebens-Perspektive mehr für sich sah und depressiv wurde. Doch solange kein Abschiedsbrief oder andere erhellende Dokumente veröffentlicht werden, bleiben das alles nur Vermutungen.

veröffentlicht in: Mittelbayerische Zeitung

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