29. Oktober 2012

Schlechter Ruf

Die Umfragen über das Vertrauen der Ukrainer in die Demokratie sind erschütternd. Nach Umfragen des Fonds der Demokratischen Initiativen und des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie vertrauen nur 40,3 Prozent der Bürger der Zentralen Wahlkommission.

47 Prozent der Befragten glauben, dass die Wahlen ganz oder teilweise gefälscht werden.

Immer wieder wird Streit im Parlament mit Fäusten ausgetragen. Dass Lobby-Gruppen, Abgeordnete für mehrere Millionen Dollar kaufen, darüber berichten selbst ukrainische Zeitungen. Vor diesem Grund gedeihen in der Bevölkerung immer wieder Hoffnungen auf einen Retter. Für die einen ist es Präsident Viktor Janukowitsch, von dem man sich erhofft, dass es zumindest nicht schlimmer werde. Für andere sind es Oppositionspolitiker wie Julia Timoschenko oder der Boxer Vitali Klitschko, dessen Partei „Udar“ jetzt das erste Mal an den Parlamentswahlen teilnahm. Bei beiden hält sich der Einfluss in Grenzen.

Denn um die Mehrheit der Ukrainer für einen neuen Anlauf in Richtung Demokratie und soziale Marktwirtschaft zu gewinnen, braucht es einen langen Atem. Die orangene Revolution von 2004, bei der sich die Führungsfiguren in jahrelangen Machtkämpfen verstrickten, hat nicht den besten Eindruck hinterlassen. Das ist einer der Gründe, warum die Partei der Regionen von Janukowitsch aus den Wahlen als Sieger hervorgegangen ist.

veröffentlicht in: Südkurier

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