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In St. Petersburg fühlt man sich als Europäer heimisch, denn die Architektur erinnert an Städte wie Rom, Florenz und Paris. Aber das ist nur der erste Blick. Je länger man durch die Straßen, Höfe und Treppenhäuser wandert, merkt man, dass diese Stadt sehr eigenartig ist. Es ist nicht nur die wechselvolle Geschichte, die sich in Fassaden, Torbögen und Inschriften zeigt, es sind nicht nur die Musiker, die im Stadtzentrum an jeder Ecke ihre Lieder in russischer Sprache vortragen. Nein, wir befinden uns nicht in Italien! Der Unterschied zwischen der alten Innenstadt und den neuen Hochhausvierteln außerhalb des Zentrums vermitteln Entwicklung und Modernität. Der Kontrast zwischen dichtbebauter Stadt und der Nähe zum Meer, lässt Weite spüren. 
Im zweiten Teil des Gesprächs zwischen dem Regisseur Wilhelm Domke-Schulz und mir, welches sich spontan entwickelte und keinem Plan folgte, geht es um die neue, scharfe Tonlage, welche der russische Außenminister Sergej Lawrow und die Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharow, anschlagen, wenn es um Deutschland geht. Ist es vorstellbar, dass Russland eine schärfere Gangart einschlägt und den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der den Besatzungsstatus der vier Siegermächte im vereinten Deutschland aufhob, kündigt, um sich gegenüber Deutschland militärisch freie Hand zu verschaffen?