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Russen sähen zwar wie Europäer aus, seien aber eigentlich gar keine Europäer, meinte Florence Gaub, damals stellvertretende Direktorin des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien, im April 2022 in der ZDF-Talksendung »Markus Lanz«. Die Russen planten ihr Leben »nicht als Projekt, das individuell gestaltet wird«. Das Leben eines russischen Mannes könne »einfach recht früh mit dem Tod enden«. Die Behauptung dieser Expertin stand ganz im Geiste des Kalten Krieges, als Sowjetsoldaten in westdeutschen Medien als willenlose, graue Masse dargestellt wurden, die sich vom Regime verheizen ließen. Wer aber die russischen Soldaten sind, die heute an der Front kämpfen, erfährt man hierzulande nicht. Der Autor hat einige von ihnen in Moskau getroffen. 
Im zweiten Teil des Gesprächs zwischen dem Regisseur Wilhelm Domke-Schulz und mir, welches sich spontan entwickelte und keinem Plan folgte, geht es um die neue, scharfe Tonlage, welche der russische Außenminister Sergej Lawrow und die Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharow, anschlagen, wenn es um Deutschland geht. Ist es vorstellbar, dass Russland eine schärfere Gangart einschlägt und den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der den Besatzungsstatus der vier Siegermächte im vereinten Deutschland aufhob, kündigt, um sich gegenüber Deutschland militärisch freie Hand zu verschaffen?