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2019 entschloss ich mich, ein Buch mit Interviews zu veröffentlichen, die ich in Russland mit Kriegsveteranen geführt hatte. Ich hielt so ein Buch für wichtig, weil die Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung Deutschlands vom Hitler-Faschismus schon seit Jahren heruntergespielt wurde. Die Wichtigkeit der Interviews hat sich inzwischen noch verstärkt, denn seit 2024 erklärt Berlin, Deutschland müsse wegen einer angeblichen Bedrohung durch Russland "kriegstüchtig" werden. Die meisten der Russen, die den Überfall der deutschen Wehrmacht 1941 noch selbst erlebt und Widerstand gegen die Okkupanten geleistet haben, sind nicht mehr am Leben. Um so wichtiger ist es, zu lesen, was sie damals erlebt haben und was ihnen die Kraft und den Mut gab, zu kämpfen. 
Am 16. Januar war ich in Donezk als "Weihnachtsmann" oder "Väterchen Frost", wie man in Russland sagt, an der Übergabe eines Neujahrsgeschenkes an das 14 Jahre alte Flüchtlingskind Denis Wedkal beteiligt. Die weißrussische Journalistin Ksenija Lebedeva spielte die Rolle des "Schneemädchens", dass nach der russischen Tradition "Väterchen Frost" bei der Übergabe von Neujahrsgeschenken unterstützt. Nach der Geschenkübergabe erzählten Denis und seine Mutter, Inna, wie und warum sie im November 2025 aus der umkämpften Stadt Pokrowsk (in Russland heißt die Stadt Krasnoarmejsk) flüchteten. Während unseres Gesprächs bei der Familie Wedkal erfuhren wir etwas über die ukrainische Polizei-Einheit "White Angels", die Kinder im Kriegsgebiet zwangsevakuiert. Die Idee, Denis zu beschenken, kam von Jekaterina Mesinowa, der Leiterin der russischen humanitären Organisation "Guter Engel". Danke an Oleg, einen Kameramann aus Weissrussland, der die Geschenkübergabe filmte.